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© Stadtarchiv Nürnberg, A64-1003 

Der Königstorturm

auch "Frauentorturm" genannt

Der Königstorturm ist einer von vier markanten runden Haupttürme der Nürnberger Stadtmauer. Dies war aber nicht immer so – ursprünglich waren alle Türme der Stadtbefestigung viereckig. Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen des zweiten Markgrafenkrieges im Jahre 1553 veranlasste der Rat der Stadt die Befestigungen Nürnbergs zu modernisieren und zu verstärken.

So wurden zwischen 1556 und 1564 im Rahmen dieser Maßnahmen massive runde Steinmäntel um die vier ursprünglich eckigen Haupttürme gelegt: Den Laufertorturm im Nord-Osten, den Neutorturm im Nord-Westen, den Spittlertorturm im Süd-Westen und eben im Jahre 1558 um den Königstorturm im Süd-Osten Nürnbergs. Die nun kreisrunden Türme erreichten durch die Verstärkung einen Durchmesser von bis zu 17 Metern und boten durch ihre veränderte äußere Form den Geschossen von Kanonen eine deutlich geringere Angriffsfläche. Dieser Ausbau der Nürnberger Stadtbefestigung war einer der Gründe, warum die Stadt Nürnberg bis 1945 nicht eingenommen wurde.

Beim Umbau des heute stehenden runden Königstorturms – damals Frauentorturm - wurde ein Tor neben dem Turm angelegt. Die Zufahrt in die Stadt war über eine Holzbrücke und einen Innenhof möglich. Dieses Frauentor wurde nach dem dahinterliegenden Klara- bzw. Klarissenkloster, einem anerkannten und wichtigen Frauenkloster in Nürnberg in dem so berühmte Nonnen wie Caritas Pirckheimer wohnten, benannt. Durch das Tor konnte man die Stadt in Richtung Regensburg und anderer südöstlich gelegener Orte verlassen.

Mit der Industrialisierung kamen ganz neue verkehrstechnische Anforderungen auf die Städte zu. Mit dem Bau das Hauptbahnhofes und der Königstraße wurde der gesamte Bereich für den Verkehr geöffnet und umgebaut. Nach dem Bau des Königstors und dem Abriss des Klosters im 19. Jahrhundert lief nur noch der stadtauswärtige Verkehr durch das Frauentor. Heute ist das Frauentor Fußgängern vorbehalten. Vor der Errichtung des Nürnberger Handwerkerhofes im Waffenhof des Tores im Jahre 1971 war der Bereich viele Jahre lang eine Brachfläche, die als Parkplatz genutzt wurde.